Internationale Labyrinthkongresse
Rückblick auf das 6th Annual Labyrinth Society Gathering 2004 (USA)
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Annual Labyrinth Society Gathering
Die
Labyrinth Society (The Labyrinth Society, TLS) führt alljährlich eine Zusammenkunft (Gathering) durch und lädt gerne auch Labyrinth-Fachleute aus Europa dazu ein, sei es als Teilnehmerinnen oder als Referentinnen. Nach Susanne Kramer-Friedrich (2001) war Agnes Barmettler im Herbst 2004 als Referentin und Workshopleiterin bei der TLS-Labyrinth-Zusammenkunft in Camp Courage, Maple Lake / MA, USA.
Bericht von Annemarie Rawlinson <ankubis@yahoo.com>
Auf dem Gebiet der Labyrinthe hat sich so viel Neues entwickelt, seit ich an der ersten Konferenz in Denver teilgenommen hatte. Ich wollte möglichst viel aufnehmen, an jedem Workshop teilnehmen… was natürlich in Stress ausartete. Dazu kam, dass die Gebäude im Camp Courage im Wald verstreut lagen, und man ständig von A nach B laufen musste, oft verlor man die Orientierung… Begegnungen und Gespräche erforderten auch Energie!
Am Freitag morgen wurden Labyrinthbilder gezeigt, und zu meinem Erstaunen waren meine die ersten. Als das regenbogenfarbene Cochlear Labyrinth auf dem Bildschirm erschien, vernahm ich Laute der Bewunderung aus den Reihen der Anwesenden.
Mein erstes Workshop war mit Agnes Barmettler, sie schuf zwei Labyrinthe, beging sie einfach auf den feuchten Erdreich. Sie hat, wie niemand anderer, Labyrinthmuster einverleibt! Wir legten Zweige auf das zweite Labyrinth, und Agnes zeigte uns, wie man in Unison mit den anderen zugleich in einer Reihe gehen kann – das machte Spass! Später schuf sie ein Blätterlabyrinth, das bei den Besuchern sehr gut ankam – es war ein Kretisches, aber auf eine Reihe von Bäumen Rücksicht nehmendes Labyrinth, das Änderungen des Musters erforderte. Agnes schüttelt das alles nur so aus dem Handgelenk – oder ihren Füssen? In einem Gespräch mit ihr ermutigte sie mich, mein Gartenlabyrinth möglicherweise als öffentlichen Frauenplatz zu deklarieren und nochmals zu verwirklichen zu versuchen. Es könnte ja auch einfach ein Labyrinth mit Steinen sein, dann wäre es einfacher.
Mein zweites Workshop war «Chakra Labyrinths – Spinning Vortexes between Mind and Body», mit Toby Evans, einer sehr spirituellen Dame. Wir arbeiteten erst mit einem Partner, regten die Chakras gegenseitig an, dann griffen wir in einen Korb und zogen eine Karte mit einer gewissen Farbe (meine war magenta, Farbe der Integration, das freute mich, sie war auf diesem Labyrinth vor dem Eingang zum Zentrum des Labyrinths – ein gutes Zeichen, dass ich mich dem Geheimnis nähere!) und ein farblich abgestimmtes Band, das wir an unserer linken Hand befestigten. Beim Begehen des Labyrinths, das die Chakra-Farben aufwies, lasen wir dann unsere Karten, wenn wir den farblich abgestimmten Umgang erreichten. Beim Hineingehen die Seite, auf der stand, was es galt, zurückzulassen, beim Herausgehen die Rückseite, auf der stand, worauf wir uns hinbewegen, um unsere innere Transformation zu bewirken. Toby hat selbst dieses Kit geschaffen. Die Texte trafen den Nagel auf den Kopf und bewirkten totale Resonanz. Fast alle handelten von Seiten unseres Wesens, die man im Laufe der Zeit wahrgenommen hat (so wahr sind sie wahrscheinlich gar nicht, denn wir wollen sie ja zurücklassen…) Das Kit ist zu beziehen bei <toby@homeisp.com>.
Darnach kam Richard Feather Andersons’ «Demystifying Symbolic Geometry». Ich hörte zum ersten Mal von den acht Grundmustern der Natur, die Richard geprägt hat, und die passten gut in mein Workshop «The Labyrinth and Related Energy Patterns – ein Druck für alle Altersgruppen» – Spheres, Spirals, Meanders, Branches, Alternating, Helix, Exploding Star patterns, und das Achte fällt mir nicht mehr ein…
Tags drauf zeigte Künstler Robert Possehl eine atemberaubende Powerpoint Präsentation. Er hat wundervolle künstlerische Labyrinthe in verschiedensten Staaten von USA geschaffen, arbeitet mit Theatergruppen und Schulen zusammen.
Darnach zeigte Labyrinthkünstler Jim Buchanan aus Schottland nicht minder aufregende künstlerische Labyrinthe, u.a. auf Wasser projiziert. Unglücklicherweise versäumte ich seine Demonstration in der Turnhalle an diesem Abend.
Darnach zeigte David Tolzman Bilder von grossen Ziegelstein Labyrinthen – «Designing and Installing Labyrinths in Meditation & Healing Gardens» hiess sein Workshop. Er schafft «corporate labyrinths» in ganz Amerika. Manche Teilnehmer waren etwas enttäuscht, dass er nur wenig auf Fragen einging, es war fast wie eine Reklame für seine Firma. Da Harbor-UCLA Medical Center einen kleinen «Healing Garden» neben meinem Labyrinth plant, hatte ich auch mehr erhofft. Ein Bild, das er zeigte, inspirierte mich, ev. etwas Ähnliches auf der Rasenfläche meines Gartens anzulegen.
Nachmittags nahm ich an einem Zirkel teil, der ein Labyrinth Buch für Schulen diskutierte. Das Ziel ist, etwas zusammenzustellen, das auf die Curriculi der Schulen zugeschnitten ist. Das Problem dabei war, dass verschiedene Teilnehmer aus anderen Ländern daran interessiert sind, und die Curriculi dort wahrscheinlich anders sind. Teilnehmer aus Südafrika, Brasilien, Israel und Indien sind daran interessiert. Krishna Seshan aus San Jose, CA ist der Leiter dieser Gruppe – <krishna.seshan@intel.com>.
Ich nahm auch an einem Treffen des Research Committees teil – man will Evaluation Forms für Labyrinthe in Krankenhäusern schaffen. Und die Diplomarbeiten all derer, die Arbeiten über Labyrinthforschung schrieben, zusammenfassen und verfügbar machen.
Mein Workshop lief gut, es kamen 12 Frauen und wir machten Drucke auf Styrofoam – das war entspannend. Die meisten von ihnen hatten noch nie einen Druck gemacht und freuten sich wie Kinder über die erstaunlichen Resultate. Man hatte mir auch einen halben Tisch im Vendor room zur Verfügung gestellt und ich verkaufte einige Drucke meiner Labyrinth Collagen und Keramik-Anhänger, Anstecknadeln und Magnete.
Die sehr lebhafte Rachel Roggel aus Israel sprach über ihre Knopf-Labyrinthe, für die sie über ihre Landesgrenzen hinaus bekannt geworden ist. Sie hat ein Jericho Labyrinth in Jerusalem gebaut und zeigte Bilder der Eröffnung. Die Bauarbeiter streikten, und es war fraglich, ob es rechtzeitig fertig werden würde, aber es wurde fertig… sie hat auch ein Labyrinth in ihrer Garage gemalt, und hat ein Tor installiert, das einen Schlitz hat, der an richtiger Stelle einen Sonnenstrahl durch lässt, der wie eine Sonnenuhr fungiert.
Clare Wilson aus Südafrika beeindruckte mich sehr. Ihre sehr persönliche und ergreifende Power Point Präsentation zeigte Szenen aus Südafrika, die politisch und emotionell geladen waren. Clare versucht die weisse Bevölkerung zu animieren, aktiv auf Versöhnung mit dem schwarzen Teil des Landes hinzuarbeiten. Sie entwarf das «Reconciliation Labyrinth», das zwei separate Eingänge hat, die am Ende zusammenführen und in einem gemeinsamen Ausgang enden. Sie gab mir Pamphlete über ihr Recycle Labyrinth, das auf dem Cape Town Earth Festival gezeigt wurde und eine Collaboration vieler Firmen war – Waste Management, Recycled Products, etc. Es wurde eine Müllhalde installiert, um die Besucher aufzuwecken: wir wissen nicht mehr, wohin mit all dem Abfall! (Californien ist an führender Stelle in USA).
Bericht von Agnes Barmettler, labyrinth-international.org
Im Oktober 2004 war ich als Vertreterin von labyrint-international.org eingeladen, vor dem Plenum von ca. 150 Labyrinthfachleuten aus Amerika und andern Ländern einen kurzen Einblick in die Grundgedanken unserer Labyrintharbeit zu geben. Unser Logo, die Frau im Labyrinth, diente mir dafür als anschauliches Bild. Zugleich konnte ich auch das Ariadnenetzwerk der öffentlichen Frauenplätze in Erinnerung rufen oder bekannt machen.
«The Labyrinth as an old symbol of many human cultures could remind the people of
their origin, of being born, unique and limited, of belonging to the earth.
The structure of the Labyrinth is a guideline for the way of living together, and for
everyone to go, step by step with the universal laws of life.»
In einem Workshop bekam ich zusätzlich die Möglichkeit, mit interessierten Teilnehmenden ein Labyrinth an Ort zu gestalten. Auf diese Weise versuchte ich, das diesjährige Thema «Art and soul of the Labyrrinth» in einer erfahrbaren praktischen Arbeit einzulösen.
Labyrinthweg in den Sand gegangen. Foto © Agnes Barmettler.
Wir haben mit den Materialien gearbeitet, die an Ort zu finden waren. Es war mir ein Anliegen, dass die Beteiligten mit einfachen Mitteln ein Labyrinth gestalten und im kreativen Prozess etwas von der Seele dieses Bildes erfahren können. Mit Hilfe eines gemeinsamen Labyrinthtanzes bekam der Gang durchs Labyrinth eine künstlerische Umsetzung. In kreativem Austausch mit anderen finden die Einzelnen neue Aspekte von sich selbst und sie entdecken auch das Andere.
Laublabyrinth. Foto © Nickie Jantzer.
Wertvoll und interessant waren die vielen internationalen Kontakte zu Künstlerinnen
und Künstlern, die in ihren Ländern ebenfalls öffentliche
Labyrinthplätze gestalten und mit ihren Aktivitäten die Labyrinthbewegung
bereichern, politisch und spirituell.
Ich möchte hier Einige nennen, die z.T. eigene Internetzugänge anbieten.
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Rachel Roggel aus Israel
[www.roggel.com]
Ihr Thema ist der Faden. Sie näht Knopflabyrinthe und verbindet die Knöpfe, die sie aus aller Welt sammelt, mit deren Geschichte. Sie hat auch ein öffentliches Labyrinth in Jerusalem vorgestellt, wo sie die Konfliktsituation Israel–Palästina thematisiert hat. -
Claire Wilson aus Südafrika. Sie ist die Schöpferin des Reconciliation Labyrinth,
das die gegenseitige Achtung der weissen und schwarzen Bevölkerung zum Thema macht.
Thema einer anderen öffentlichen Labyrintharbeit: «the wondrous wealth of waste», ein Recycle Labyrinth. -
Joan und Alex Champion aus Kalifornien zusammen mit Toby Evans und Marilyn Larson
[www.earthsymbols.com]
Sie wollen eine Art Line schaffen quer durch USA auf dem Breitengrad 39. Wichtig sind dabei spirituelle und kosmische Bezüge. -
Jim Buchanan aus Schottland
[www.landartist.co.uk]
Er stellte diesmal seine Licht-Projektions-Labyrinthe vor. -
Jeff Saward aus England
[www.labyrinthos.net]
Er ist Herausgeber der Zeitschrift Caerdroia und langjähriger Labyrinthforscher. -
Marty Cain stellte die Labyrinthe in den Zusammenhang prähistorischer
Steinsetzungen. Ihr Hauptinteresse liegt bei der transformativen Kraft des Labyrinths,
eine heilende Energie für das Gleichgewicht der Erde.
Sie baut seit Jahren Labyrinthe und arbeitet mit Leuten.





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